#rp13: #machen für ein gutes (#)

#rp13: #machen für ein gutes (#)

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Gestern ist die für mich erste re:publica mit einem grandiosen Ausklang zu Ende gegangen. Ich befinde mich während des Schreibens dieses Textes gerade im ICE von Berlin nach Hause und habe mir vorgenommen, mit ein paar Stunden Abstand auf die Konferenz rund um das digitale Leben zurückzublicken. Was waren meine Eindrücke? Was konkret nehme ich davon mit nach Hause?

Lust und Frust

Die re:publica 2013 – eine Konferenz, bei der Anzugträger in der Minderheit sind, das Wischen auf dem Touch-Bildschirm während eines Vortrages kein Problem darstellt und Bier und Club-Mate zur Grundversorgung gehören, hatte für mich etwas von Lust und Frust. Man diskutierte über die sich häufenden netzpolitisches Debakel (Vorratsdaten-speicherung, Bestandsdatenauskunft, Leistungs-schutzrecht, Netzneutralität, …), über den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen nicht hören wollende politische Entscheidungsträger.

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Die Luft in der „Station“, wo die re:publica veranstaltet wurde, stank nach einer frustrierten Netzgemeinde. Gleichzeitig versuchte man frischen, motivierten, innovativen Duft zu versprühen. Man betrachte nur die Vorteile des Netzes bei der Jobsuche, der Wille zu Transparenz bei Lobbyplag oder Offenes Köln, Blogger-Vereinigungen wie die IronBlogger, innovative und partizipative Projekte wie der ZDFcheck oder der dauerhafte Kampf für eine bessere digitale Gesellschaft der Digitalen Gesellschaft e.V.

Zwischen einer Zahnpasta-Tube und (#)

Die (für mich) zwei großen Redner der diesjährigen re:publica geben Anregungen, wie man das Schiff Netzpolitik auf Kurs bringen kann. Der ideale Weg befindet sich wahrscheinlich irgendwo zwischen einer Zahnpasta-Tube und diesem hier: (#).

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Gunter Dueck, Mathematiker und Philosoph, forderte in seinem sehr anschaulichen und humorvollen Vortrag einen Diskurs statt bloß Diskussionen, wo jeder auf seiner Position beharre. Allerdings gab es auch bei ihm Zweifel beziehungsweise Verständnis für die jetzige Situation: Schon in alltäglichen Dingen funktioniere dieser Anspruch nicht, was er mit den verschiedenen Sichtweisen, wie man eine Zahnpasta-Tube richtig ausdrückt, zeigte. Wie solle es dann auf solch komplexer Ebene wie der Netzpolitik funktionieren? Einen metakulturellen Diskurs führen und taktisch vorgehen. Leichter gesagt, als getan.

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Sascha Lobo ist sauer – auf die Netzgemeinde und sich selbst. Es brauche Wut und Pathos, um Veränderungen verwirklichen zu können. Nicht nur reden, sondern machen sei endlich angesagt. Lobo machte das Machen vor: Er stellte seine Version eines Internet-Logos vor (#) (ja, die Raute in den Klammern stellt das Logo dar; ein Netz um die Welt) und präsentierte reclaim.fm, ein Tool, all seine Social Media – Aktivitäten als Wand auf dem eigenen Blog zu haben. Löblich, was Sascha Lobo da erarbeitete. Ob es die Netz-Debatte weiter voranbringt, sei dahingestellt.

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#machen

Ja, was nehme ich nun von der #rp13 nach Hause? Neue und vertiefte Beziehungen, einen Überblick über das aktuelle Geschehen in der digitalen Welt, Inspirationen für eigene Projekte, Freude über die Weiterentwicklung des Digitalen, aber auch Ratlosigkeit, wie die Blase, die die #rp13 meiner Meinung nach trotz der Größe noch darstellt, erfolgreich in die Politik vordringen kann.

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Die Luft nach der Netzkonferenz ist weder gut oder schlecht. Sie ist etwas verbraucht und undurchsichtig, aber mit einer kleinen positiven Duftnote versehen, die uns Netzaktivisten den Hashtag #machen unter die Nase reibt.

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3 Kommentare

  • […] Berlin statt. Zeit, sich in das Programm einzuarbeiten und Highlights zu notieren. Nachdem ich im letzten Jahr – mein erstes Mal – fast schon einen Stundenplan erstellt habe und anschließend […]
  • Diffuser Text ohne roten Faden, ohne Gliederung und Erkenntnisgewinn. Schade.

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Julian Heck | Strategiecoach für Positionierung & Selbstmarketing