Kurz mal durchs Studium hetzen

Kurz mal durchs Studium hetzen
Ein Ort, den Studenten nur zu gut kennen. Foto: Anne Juliane Wirth (http://anjuwi.tumblr.com).

Ein Ort, den Studenten gut kennen. Foto: Anne Juliane Wirth (http://anjuwi.tumblr.com).

Theoretische Grundkenntnisse erwerben, praktische Erfahrungen sammeln und damit gut vorbereitet sein für den Berufseinstieg – in sechs Semester, also drei Jahren. Das sind die Ziele der Bachelor-Studiengänge. Über die Regelstudienzeit von sechs Semestern wird viel diskutiert und geschrieben. Die einen sehen es als Pflicht an, nach drei Jahren den Bachelor-Abschluss in der Tasche zu haben, andere wiederum nehmen es nicht ganz so eng – ob aus Faulheit oder anderen Gründen. Und was ist der beste Weg?

Kann man natürlich nicht pauschal beantworten. Beides hat Vorteile. Schnell fertig zu sein heißt, in kurzer Zeit viel Leistung bringen zu können und schnell in den Beruf einzusteigen. Wer neben dem Studium noch ehrenamtlich aktiv ist, dem Hobby nachgehen möchte oder praktische Erfahrungen sammeln will, der braucht gut und gerne mal ein, zwei, drei Semester länger.

Während oft davon gesprochen wird, dass „man“ nicht zu alt sein soll beim Berufseinstieg, weil eventuell schlechtere Chancen bestünden, kommen in den Medien vermehrt Personaler zu Wort, die diese Behauptung wiederlegen und lieber auf Erfahrung und Profil setzen als auf Schnelligkeit und Angepasstheit. Faule Langzeitstudenten sind natürlich nicht gerne gesehen, klar.

Zwar länger studiert, aber in die Praxis integriert

Meine Meinung? Selbstverständlich kann ich nur für mich persönlich sprechen. Ich meine aber, dass der Bachelor nicht zwingend in sechs (oder gar weniger) Semestern absolviert werden muss – wenn es nachvollziehbare Gründe gibt. Die können jedenfalls ganz verschieden ausfallen: Zum Beispiel kann das Hobby im Sportverein ein Grund sein, sich ein Semester mehr zu gönnen, statt die Aktivität aufzugeben. Andere Gründe wären für mich das Engagement in einer Partei oder Organisation, Praktika oder Nebenjobs, ohne die viele Studenten das Studium gar nicht finanzieren könnten. Ein verflixter Kreislauf: Denn ohne Nebenjob (und damit ohne Geld) kein Studium, aber mit Nebenjob ein längeres Studium und damit wiederum mehr Kosten.

Um es mal deutlich zu machen an mir: Ich studiere Politikwissenschaft und habe keine Eltern, die mir monatlich einen fetten Geldbetrag auf das Konto überweisen können. Stattdessen muss ich nebenher arbeiten gehen und mir etwas dazu verdienen – das kostet Zeit. Zudem bin ich dabei, mir schon während des Studiums eine berufliche Perspektive zu erarbeiten, sprich: Ich habe mich mit der Online-Zeitung weiterstadtnetz.de selbstständig gemacht. Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen, obwohl diese Sache jede Menge Zeit in Anspruch nimmt. Aber diese Tätigkeit ist mir mindestens so wichtig wie das Studium. Und sollte es damit später mal nicht klappen, macht es auf den potentiellen Arbeitgeber sicherlich keinen schlechten Eindruck. Genauso wie jede andere Art praktischer Tätigkeiten. Da nehme ich gerne in Kauf, zwei Semester länger zu studieren. Andere begeben sich danach erst in die praktische Sphäre. Ich bin dann schon längst mittendrin. Punkt für mich…

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Julian Heck | Strategiecoach für Positionierung & Selbstmarketing