Krautreporter unter Beschuss – von Freunden

Krautreporter unter Beschuss – von Freunden

krautreporter logoSie haben es nicht leicht, die Krautreporter. Das liegt allerdings auch daran, dass sie es sich nicht leicht gemacht haben. Ihr wisst ja: Der Onlinejournalismus ist kaputt und die Krautreporter bekommen das wieder hin. Nun gut. Zu befürchten war, dass von Anfang an gemeckert wird, was das Zeug hält. Dabei war der Start – meiners Erachtens – gar nicht so schlecht. Doch, wie Meike Lobo in ihrem sehr lesenswerten Kommentar schreibt, das hohe Niveau konnte nicht lange gehalten werden. Und viele Kritikpunkte zu Beginn liegen jetzt nach drei Monaten immer noch vor, wie auch Kollege Marc Wickel sehr schön dargestellt hat. Aufgegeben habe ich Krautreporter deshalb nicht. Hier meine Reaktion, die unter Meikes Beitrag zu finden ist (Im Übrigen ist die Diskussion dort sehr lesenswert! Die meisten Kritiker aus der Community meinen es nämlich nur gut.):

Ach Mensch, Meike, du sprichst mir aus der Seele. Leider. Ich habe die KR von Anfang an kritisch begleitet, sie aber auch unterstützt, weil ich den Mut belohnen und die Chance auf etwas Neues mitergreifen wollte.

Und jetzt? Ich habe, wie du, ein paar gute Sachen gelesen (z.B. mehrmals Niggemeier) bzw. gesehen (1xJung–>Guantanamo). Aber alles in allem sind mir die KR schlichtweg kaum aufgefallen. Anders als Correctiv. Klar, die Mittel dort sind sicherlich nochmal andere, und ich erwarte auch nicht regelmäßig die Mega-Story.

Aber ich erwarte andere Themen, die nicht bloß schöne, blumige Geschichten sind, sondern Beiträge, die kritisch hinterfragen, andere Blickwinkel bieten und – ja, wirklich! – auch einfach mal knallhart kommentieren und eine Debatte anregen.

Stichwort Debatte: Sind Debatten nicht etwas, das KR auszeichnen könnte? Moderierte Debatten in der Community? Zu einem Thema, das zuvor von KR-Redakteuren aus mehreren Perspektiven beleuchtet wurde?

Liebe KR, ich verzeihe es euch, dass die Technik noch nicht hundertprozentig stimmt, wenn ihr daran arbeitet. Ich verzeihe es euch, dass nicht alle angekündigten Journalisten tatsächlich dabei sind, wenn ihr das transparent erläutert. Ich verzeihe es euch, wenn ihr euch bei großen aktuellen Ereignissen ein paar Tage mehr Zeit nehmt, wenn das später Präsentierte dafür richtig gut wird. Ich verzeihe euch auch die Anlaufschwierigkeiten im ersten Quartal. So langsam aber sollte etwas kommen, damit sich meine kleine Investition von 60 Euro lohnen wird. Ich habe euch also noch nicht aufgegeben 😉 Noch nicht.

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Julian Heck | Strategiecoach für Positionierung & Selbstmarketing