Ich wähle, ich wähle nicht, ich wähle, ich wähle nicht,…

Ich wähle, ich wähle nicht, ich wähle, ich wähle nicht,…

Am Sonntag ist Zahltag Wahltag. Wer das nicht mitbekommen hat, der lebt in einer anderen Welt. Bei diesem Plakatedschungel, dieser umfangreichen Berichterstattung in den Medien und dieser großen Präsenz von Politikern im Netz stolpert man geradezu über die Wahl. Nicht sauer sein und den Wahltag verdrängen. Oder doch?Die Zahl der Nichtwähler steigt und steigt – und steigt. Von Wahlbefürwortern hört man immer wieder Aussagen wie diese hier: „Früher sind Menschen für ein Wahlrecht auf die Straße gegangen, haben dafür gekämpft. Und jetzt?“. Wählen zu gehen, das gehört doch schließlich zur Demokratie dazu.

Dieser Versuch, Nichtwähler zum Wählengehen zu überzeugen, ist billig. Soll ich wählen gehen, damit ich wählen gehe? Nein, damit bekommt mich niemand zur Wahlurne. Da müssen schon bessere Argumente her. Zum Beispiel, weil ich mit meiner Stimme wirklich etwas bewegen kann. Aber kann ich das? Können wir mit unserer Stimme wirklich etwas bewegen? Daran haben viele schon Zweifel. Nachollziehbar. Alle vier Jahre mal ein Kreuzchen zu machen, das ist kein demokratisches Wow-Gefühl!

Eine demokratische Katastrophe

Deshalb: Ich kann euch verstehen, liebe Nichtwähler. Was soll man also tun? Per Zufallsprinzip entscheiden? Ich wähle, ich wähle nicht, ich wähle, ich wähle nicht… Nein! Ich kann euch verstehen, aber ich möchte euch dazu auffordern, trotzdem eure Stimme wahrzunehmen. Warum? Weil wir dann noch nicht einmal alle vier Jahre Demokratie leben. Dann leben wir die Demokratie gar nicht, aber Politiker agieren, weil sie dazu legitimiert worden sind – scheinbar demokratisch. Wenn Die CDU bei einer voraussichtlichen Wahlbeteiligung von knapp 70 Prozent knapp 40 Prozent erhält, dann regiert die CDU, obwohl nicht einmal 30 Prozent der Wahlberechtigten die CDU angekreuzt haben. Ein Fake!

Nehmt eure Stimme wahr, um zu zeigen, dass euch sehrwohl interessiert, was „da oben“ passiert. Aber nehmt eure Stimme vor allem auch zwischen den Wahlen wahr – und zwar eure Stimme im wörtlichen Sinne. Im täglichen Leben keine Meinung zu politischen Themen zu haben reicht nicht aus. Alle vier Jahre ein Kreuzchen zu machen reicht auch noch nicht aus. Und noch nicht mal alle vier Jahre den Stift in die Hand zu nehmen, um ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu markieren, das ist eine demokratische Katastrophe.

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