Gautinger Internettreffen 2013

Gautinger Internettreffen 2013

internettreffen-kleinDas Internet macht es möglich: Wir können Medieninhalte spielend leicht publizieren und jeder kann es weltweit betrachten. „Immer. Überall. Alles. Produzieren im Internet“ war das Motto des diesjährigen 14. Gautinger Internettreffens. Wie man damit medienpädagogisch umgeht, darüber diskutierten rund 100 Gäste auf der Veranstaltung, die vom Institut Gauting und dem SIN ­ Studio im Netz in Kooperation mit dem IJAB­Projekt youthpart und Wikimedia Deutschland e.V. organisiert wurde. Den Auftakt machte der Journalist Dirk von Gehlen mit einem sehr anschaulichen Vortrag. Er versteht die digitalen Medien als Konversation und fordert mehr Dialoge, denn das Internet sei ein Raum und damit ein soziales Erlebnis. Am Beispiel von Dirk von Gehlens Buchprojekt „Eine neue Version ist verfügbar“ betont er die Verflüssigung von Inhalten und die damit einhergehenden stetigen Veränderungen, Verbesserungen und neuen Versionen (Stichwort: Prozess).

Mit diesem grundsätzlichen Impuls gingen die Teilnehmer in verschiedene Themengruppen, in denen verschiedene Projekte aus der medienpädagogischen Praxis vorgestellt wurden. Beispielsweise präsentierte Anna Groß von no­nazi.net (Amadeu Antonio Stiftung) ihre Arbeit, die Problematisierung von nationalsozialistischen Inhalten und Personen im Internet. Sie führte zahlreiche Beispiele von Nazi­Facebook­Profilen auf und zeigte anhand verschiedener Merkmale, wie man solche erkennt und melden kann. Das Stadtjugendamt München stellte Medienprojekte der Herbstausschreibung mit dem Thema „Kreativ im Netz“ vor, darunter „YOUKistE TV“ (Jugendlichen kommentieren Gameplayvideos) und „Art Flow Pictures“ (Aufbau einer jugendlichen Filmproduktionsgruppe im Stadtteil).

Das Internet als Wirtschaftsfaktor

Der „Netzgemüse“­Autor und „Spreeblick“­Blogger Johnny Haeusler gab am Abend einen Abriss über die Geschichte des Internets, in dem Geld vermehrt eine Rolle  ­ ausgehend von der Frage „Wenn alle publizieren, wer hört dann noch zu?“. Haeusler fordert dazu auf, sich von großen fremden Unternehmen abzuwenden und stattdessen lieber selbst zu bloggen und Inhalte zu produzieren, womit er am Schluss die Ausgangsfrage umformuliert: „Wenn alle publizieren, wer kontrolliert, was wir hören?“. Christoph Kappes, selbst ernannter „Internetfuzzy“, machte mit seinem Vortrag zur Ökonomie des Internets den Anfang am zweiten Veranstaltungstag. Er arbeitet heraus, dass sich die Wirtschaft in und außerhalb des Internets immer mehr angleicht und sozialisiert in Form von Likes, Shitstormes und mehr. Kappes geht ausführlich auf neue, digitale Geschäftsmodelle ein und stellt dabei auch die Wirtschaftlichkeit von kostenlosen Diensten wie Dropbox, Facebook oder Xing heraus.

Jan Schmolling und Natália Wiedmann vom Kinder­ und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) präsentierten Beiträge zum Multimediapreis „MB 21“ und Trends von kreativen jugendlichen Medienprojekten. Dazu gehören beispielsweise die nunmehr häufige Foto­ und Videobearbeitung im Netz, in der Cloud.

Tipps für die medienpädagogische Arbeit vor Ort erhielten die Teilnehmer anschließend in verschiedenen Gruppen. Bei Tobias Albers­Heinemann und Eike Rösch vom Medienpädagogik-Praxis­Blog etwa wurden viele praktische Online­Tools für die Medienproduktion vorgestellt ­ vom Online­Schnittprogramm über Audio­Bearbeitungen bishin zu Animationseffekten. Für Neugier sorgte der Computer im Mini­Format „Rasperry Pi“, der ein prima Werkzeug zum Heranführen an Programmierungsarbeiten zu sein scheint. Das Internet im Sinne des Gesellschaft entwickeln

Zwei Impulsvorträge am Tagungsende regten zum Nachdenken über das Gautinger Internettreffen hinweg an und lieferten Anregungen und Hinweise für die eigene Arbeit der Teilnehmer. Elly Köpf von Wikimedia Deutschland e.V. betonte in ihrem Vortrag das Lernen als Prozess und zeigte nützliche Beispiele für die Verwendung von Wikipedia im Unterricht im Hinblick auf Medienkompetenz, Recherche und mehr. „Neugierig bleiben“ ist ihr Fazit. Philipp Otto von iRights.info referierte über das Urheberrecht und freie Alternativen. Neben trockenen, aber für den Arbeitsalltag ­ nicht nur mit Jugendlichen ­ immens wichtigen Fakten über Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit dem Urheberrecht erläuterte er auch Schwierigkeiten und Herausforderungen für das Urheberrecht durch die Digitalisierung. Auch er beendet seine Impuls mit einer Forderungen beziehungsweise einem Wunsch, dessen Erreichen wohl alle Referenten und Teilnehmer des Gautinger Internettreffens gleichermaßen erfreuen würde: Das Urheberrecht und das Internet im Allgemeinen im Sinne der Gesellschaft umgestalten und entwickeln. Auch in diesem Jahr war das Gautinger Internettreffen wieder ein Ort des sozialen und fachlichen Austauschs, der die rund 100 Teilnehmer motiviert in die ganze Bundesrepublik schickt.

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