Ein Journalist, drei Fragen, viel Interessantes: Sara Weber

Ein Journalist, drei Fragen, viel Interessantes: Sara Weber

Wir sind so viele – und ich möchte mehr von ihnen kennenlernen: Journalisten. In meiner neuen Serie „Ein Journalist, drei Fragen, viel Interessantes“ beantwortet mir deshalb jede Woche eine Kollegin oder ein Kollege drei Fragen. Diese Reihe ist gesponsert von dem Journalismus-Portfolio-Netzwerk torial. Alle vorgestellten Journalisten sind dort mit einem Profil vertreten.


Sara WeberDiese Woche am Start: Sara Weber. Die freie Journalistin aus Hamburg setzt sich unter anderem mit Medien(innovationen) und Startups mit dem Fokus auf die USA auseinander. Veröffentlicht hat sie unter anderem schon bei der Deutschen Welle, dem (Uni) Spiegel, der Süddeutschen Zeitung und Horizont.


Auspacken, bitte: Was sind deine Stärken und Schwächen als Journalist?

Fangen wir mal mit den Stärken an: Ich kenne mich gut in der (deutschen und US-amerikanischen) Medien- und Digitalbranche aus und kann auch komplizierte Themen so herunterzubrechen, das selbst meine Mutter sie versteht – ja, sogar Dinge wie Real Time Bidding. Was mir ebenfalls liegt und viel Spaß macht, ist Onlinerecherche, egal ob es um Zahlen geht, Informationen oder Personen. Ich finde selbst Menschen mit Allerweltsnamen, über die ich kaum etwas weiß und stöbere so lange durch Google, Facebook, Twitter und manchmal sogar StudiVZ, bis ich all die Informationen zusammen habe, die ich brauche. Ich versuche, Themen nicht nur vom Text her zu denken, sondern mir immer auch zu überlegen, was mit Audio, Video oder anderen Formen möglich ist. Und ich kann unter Zeitdruck arbeiten, ohne nervös zu werden – wobei mir mein Achteinhalb-Finger-Tipp-System sehr hilft.

sponsor torialNun zu den Schwächen: Da ich über die Dinge berichte, die mich auch privat interessieren, muss ich mich oft zwingen, Job und Privatleben zu trennen (ich lese ständig Tweets und Blogposts bzw. höre und schaue Podcasts und Sendungen über Medien und Digitales und rede auch sehr gerne über diese Themen). Ich traue mich oft nicht, große Pläne, die ich schmiede, auch in die Realität umzusetzen, wie etwa das Gründen eines eigenen journalistischen Startups, über das ich schon seit längerem nachdenke, oder den Umzug ins Ausland, um von dort aus zu berichten. Ich blogge zu selten. Bei der Produktion von Radio- und Videobeiträgen bin ich noch nicht so gut, wie ich gerne wäre. Und ich benutze sehr häufig Klammern und Gedankenstriche, wie schon aufgefallen sein dürfte.

Was zeichnet qualitativ hochwertigen Journalismus aus?

Die beiden wichtigsten Dinge, die guter Journalismus braucht, sind Zeit und Geld: Es geht nicht ohne Journalisten, die auch mal länger als einen halben Tag (und bestenfalls mehrere Wochen) an einer Geschichte recherchieren können. Es geht nicht ohne fest angestellte und freie Journalisten, die fair bezahlt werden und deren Arbeit geschätzt wird. Es geht nicht ohne Investitionen in neue Modelle, die am Ende vielleicht scheitern, aber dafür wichtige Erkenntnisse bringen. Um auch künftig noch relevant zu sein, muss guter Journalismus entdecken und erklären, auf alten und auf neuen Verbreitungswegen, aber immer mit dem Anspruch, das ganze Bild zu zeigen.

Auf welche Tools möchtest du beruflich nicht mehr verzichten?

Wie wahrscheinlich alle anderen kann auch ich mir ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Twitter ist für mich eine der wichtigsten Nachrichten- und Inspirationsquellen, unerlässlich für Recherche und das Kommunizieren mit Kollegen, Interviewpartnern und Menschen, die spannende Dinge zu sagen haben. Und dann ist da natürlich noch das Smartphone, die wohl großartigste Erfindung für Journalisten überhaupt. Selbst wenn wir nichts anders dabei haben, können wir damit Notizen machen, mailen und telefonieren, Texte schreiben, Tweets absetzen, Audio und Video aufnehmen und direkt hochladen, Fotos machen und veröffentlichen (meine liebsten Apps: Evernote, Pocket, Feedly, Instagram, Owncloud, Soundcloud, WeVideo). Wir haben also jederzeit eine vollausgestattete Mini-Redaktion in unserer Tasche – eine Entwicklung, die ich wahnsinnig toll finde und nicht mehr missen möchte.

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