Die fehlende Perspektive

Die fehlende Perspektive

Als ich heute den Beitrag von Richard Gutjahr gelesen habe, dachte ich: Wow! Hier kommen wirklich relevante Persönlichkeiten zu Wort. Auf den zweiten Blick fiel mir dann aber auf: Nein, das kann nicht alles gewesen sein. Da fehlt doch noch jemand: Die Leser.

Die Diskussion über die Zukunft des Journalismus reißt nicht ab – zum Glück. Es ist wichtig, dass sich damit auseinandergesetzt wird. Da ist es wenig hilfreich, wenn vorgeschlagen wird, all die Gelder für Veranstaltungen zu diesem Thema stattdessen in guten Journalismus zu investieren. Der Diskurs ist notwendig, um den Medienwandel erfolgreich zu begleiten. Es kommen Top-Journalisten, ausgezeichnete Journalisten, Wirtschaftsfachleute, Verleger, Medienprofessoren und digitale Nerds zu Wort. All diese Personen tragen gewiss Wertvolles zur Diskussion bei. Doch eine entscheidende Perspektive fehlt: Die des Lesers, des normalen, durchschnittlichen Lesers, der nicht den ganzen Tag auf Twitter rumhängt, RSS-Feeds abonniert und Branchen-Blogs liest.

Mit der Zielgruppe zum Ziel

Die Auflagen der Tageszeitungen sinken, die Erlöse verlagern sich (zu langsam) ins Netz. Und nun streiten sich die „Macher“ und überdurchschnittlichen News- und Medienkonsumenten darüber, was bisher falsch gelaufen ist und wie der ideale Weg nach vorne aussehen soll. Die aber, die weniger lesen, scheinbar nur noch gratis konsumieren wollen und auch noch höhere Ansprüche haben, diese Personen spielen in der Diskussion über die Zukunft des Journalismus kaum eine Rolle. Dabei könnten genau diese Menschen entscheidend dazu beitragen, den Medienwandel in die Richtung zu bewegen, die ihren Anforderungen entspricht. Profitieren würden davon letztlich alle.

Deshalb: Fragt das Volk! Bringt die fehlende Perspektive ins Spiel, um einen umfangreicheren, realistischeren Blick zu erhalten. Der Konsument, die Zielgruppe, also potentiell jeder Bürger, hat vielleicht nicht das journalistische, wirtschaftliche Fachwissen, aber eine Meinung und Bedürfnisse, die Journalisten und Verleger schließlich befriedigen möchten – sei es wegen des „Journalismus ist wichtig für die Demokratie“-Willen oder aus wirtschaftlichen Gründen.

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1 Kommentar

  • Schöner Gedanke, lieber Julian. Aber dummerweise gibt es "das Volk" nicht. Das sind ganz viele, mit ganz vielen unterschiedlichen Interessen und Mentalitäten. Also gibt es auch kein Patentrezept. Aber reden muss man mit seinen Kunden natürlich schon ...

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Julian Heck | Strategiecoach für Positionierung & Selbstmarketing