Daniel Höly: „Werde alles daran setzen, dass das erst der Anfang war!“

Daniel Höly: „Werde alles daran setzen, dass das erst der Anfang war!“

Vor wenigen Wochen hat der junge Journalist Daniel Höly sein Crowdfunding-Projekt erfolgreich abgeschlossen. Statt der angepeilten 5.000 Euro konnte er über 7.000 Euro für SHIFT, ein Printmagazin für „junge Erwachsene, die mit dem Internet groß geworden sind“, sammeln. Nun landet das Magazin in den Briefkästen seiner Unterstützer. Im Interview blickt Daniel zurück.

Daniel, in diesen Tagen kommen die Exemplare von SHIFT bei deinen Unterstützern an. Ein tolles Gefühl?

Definitiv. Nach einem dreiviertel Jahr Arbeit, die in SHIFT steckt, ist das ein ganz besonderer Moment für mich.

Hast du schon erste Reaktionen auf das Magazin bekommen?

Ja, auf allen Kanälen: Twitter, E-Mail, SMS, Anrufe und auch schon persönliche Rückmeldungen in Real Life. Bisher allesamt positiv, was mich natürlich umso mehr freut. Nach so viele Monaten verliert man irgendwann das Gefühl dafür, ob das, was man macht, den Leuten überhaupt gefallen wird.

Jetzt berichtest du von einer Kostenexplosion. Was ist passiert?

Die letzten Monate wurde vieles teurer als erwartet – und es kamen noch jede Menge unerwartete Kosten hinzu. Ein Problem war beispielsweise der Versand von SHIFT. Dadurch, dass SHIFT mit Verpackung über 500 Gramm wiegt, konnte ich das Magazin nicht wie geplant als Büchersendung für ein Euro pro Exemplar verschicken. Da die meisten Magazine um die 300 Gramm wiegen, hatte ich wirklich nicht damit gerechnet. Zumal das Format von SHIFT mit 17×24 Zentimeter noch kleiner ist als die meisten anderen Magazine. Aber aus solchen Fehlern lernt man eben. Anders geht es nicht.

Du schreibst, du hast nicht mit den Paypal-Gebühren gerechnet. Sind solche Dinge nicht vermeidbar, wenn man sich gut auf das Crowdfunding vorbereitet?

Viele Fehler wären vermeidbar gewesen, klar. Aber so lange wir Menschen sind, werden wir auch Fehler machen. Zumal man nicht vergessen darf, dass ich das alles größtenteils allein gemacht habe – und somit mehrere Jobs parallel machen durfte. Dass man da auch mal etwas falsch macht, ist dabei nicht verwunderlich. Wichtig ist es aber, immer einmal mehr aufzustehen, als man hinfällt. Auch wenn das manchmal leichter gesagt als getan ist.

Bereust du das Crowdfunding im Nachhinein?

Definitiv nicht. Wieso sollte ich?

Weil das gefundete Geld nicht einmal die Kosten für das Magazin deckt, geschweige denn für die Arbeitszeit?!

So darf man nicht rechnen. Zunächst einmal hat mir Crowdfunding eine Menge gebracht. Ohne das Geld der Unterstützer hätte ich SHIFT niemals drucken lassen können. Dass es am Ende teurer wurde, nehme ich dabei gerne in Kauf. Wer etwas Neues gründet, hat am Anfang nie viel Geld. Wenn du nicht gerade eine hippe App im Silicon Valley rausbringst und Ashton Kutcher und Co. als Investoren gewinnst, ist die Start-up-Phase enorm hart. Wäre Gründen so einfach, würde es schließlich jeder machen. Ich sehe sowohl meine Zeit als auch meine Ersparnisse als Investition an. Ob sich die Investition gelohnt hat, werde ich in den kommenden Monaten erfahren. Dann geht es nämlich darum, Investoren für eine zweite Ausgabe zu finden.

Welche drei Tipps würdest du anderen Crowdfunding-Machern geben auf Basis deiner Erfahrungen?

Erstens: Plane mindestens das Doppelte an Vorbereitungszeit ein, als das, was du bisher geplant hast. Vor allem das Pitch-Video und die Goodies sind enorm wichtig. Das habe ich im Laufe der Kampagne gemerkt und ich war sehr froh, darauf wirklich viel Zeit verwendet zu haben. Und natürlich sollten ein paar Leute die Beschreibung vorher gelesen haben, denn mit der Zeit wird man betriebsblind.

Zweitens: Biete nur Dankeschöns an, die du auch einhalten kannst. Selbst so etwas Banales wie bedruckte Kugelschreiber kann eine Menge Arbeit – und damit auch Ärger – verursachen. Ich weiß, wovon ich spreche. Leider.

Drittens: Bedenke, dass Crowdfunding während der Crowdfunding-Phase nahezu ein Vollzeitjob ist. Und das meine ich wirklich so. Mal eben nebenbei eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion durchführen klappt nur, wenn man bereits über ein großes Unterstützernetzwerk verfügt. Außerdem würde ich noch darauf hinweisen, dass man nicht unterschätzen sollte, wie viel Zeit die Crowdfunding-Aktion auch nach Ablauf der Kampagne verursachen kann. Je nach Produkt können Verpackung, Versand und Logistik zu einer echten Herausforderung werden.

Gibt es etwas, was du im Nachhinein auf jeden Fall anders gemacht hättest?

Ja, eine Sache: Ich hätte auf jeden Fall mindestens 15 Euro für die Dankeschöns ins europäische Ausland genommen. 10 Euro war definitiv zu wenig bei den hohen Portokosten.

Wie geht es weiter mit dir und Shift? War Crowdfunding für dich ein positiver Markttest? Wird es neue Auflagen geben? Soll SHIFT sein Vollzeitjob werden?

SHIFT soll definitiv meine hauptberufliche Tätigkeit werden, ja. Es hat mir trotz aller Anstrengung enorm viel Spaß gemacht, an dem Magazin zu arbeiten. Und ich habe schon einige Ideen für die nächste Ausgabe und die Anbindung ans Internet. Darauf freue ich mich schon. Die Crowdfunding-Aktion war tatsächlich so etwas wie ein Markttest, wobei es für mich dann doch deutlich mehr als nur ein Test war. Wann die nächste Ausgabe erscheinen soll, werde ich rechtzeitig auf meinem Blog Juiced.de ankündigen.

Warum hat SHIFT Zukunft?

Weil es ein Magazin wie SHIFT für netzaffine junge Erwachsene noch nicht gibt. Weil die Leute den ersten Reaktionen nach SHIFT toll finden. Und weil ich alles dransetzen werde, dass das erst der Anfang war. Because the SHIFT must go on!

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