Mach es doch selbst – Warum 3D-Drucker boomen

Mach es doch selbst – Warum 3D-Drucker boomen

„Ich drucke mir noch schnell eine Pizza, dann können wir los!“ Ja, du hast richtig gehört. Was klingt wie aus einem Sciencefiction-Film, ist schon jetzt Realität. Vor einigen Jahren habe ich den aufkommenden Hype um den 3D-Druck nicht wirklich ernst genommen, habe aber mittlerweile erkannt, dass die Bedeutung des 3D-Drucks immer weiter zunimmt. Wo der Trend aktuell steht und was wir noch alles zu erwarten haben, versuche ich in diesem Beitrag mal zusammenzustellen. 

Die Technologien für den 3D-Druck existieren schon seit vielen Jahren. Dass sie in jüngster Zeit richtig boomen, liegt nicht nur an dem großen öffentlichen Interesse und der faszinierenden Vorstellung, einfach alles drucken zu können, was man möchte, sondern vor allem auch an der zunehmenden Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Technologie für den 3D-Druck seitens der Politik.

Weil von einigen Seiten gar eine durch den 3D-Druck angeheizte industrielle Revolution vorausgesagt wird – wobei ich nicht weiß, ob das dann doch etwas übertrieben ist – hat der Streit über die Marktanteile für den 3D-Druck nicht nur bereits begonnen, sondern ist bereits in vollem Gange. Doch genug von der Rivalität zwischen Dienstleistern und Herstellern und dem Kampf um Marktanteile: Was können 3D-Drucker schon alles und was haben wir noch zu erwarten?

Der industrielle Gebrauch von 3D-Druckern ist für die Zukunft vielversprechend 

Noch wird mit dem 3D-Druck viel experimentiert. Die Experimente lassen allerdings erahnen, dass der 3D-Druck vielleicht schon in wenigen Jahren in vielen industriellen Bereichen Selbstverständlichkeit sein wird. Dass bereits viele Betriebe in den unterschiedlichsten Branchen selbst auf den 3D-Druck zurückgreifen, bekräftigt den Glauben in die Zukunftsfähigkeit der Technologie.

Experimentiert wird mit dem 3D-Druck derzeit vor allem in der Luft- und Raumfahrt, der Medizin und allgemeinen Produktion von Werkzeugen und Prototypen, aber auch im Bereich der Mode und der Produktion von Schmuck. Es gibt keine Branche, die sich nicht mittlerweile mit dem Trend des 3D-Drucks auseinandersetzt und selbst experimentiert, welchen Nutzen sie aus der Technologie ziehen könnte.

Der Phantasie sind beim 3D-Druck keine Grenzen gesetzt. Was wie eine Spielerei begonnen hat, ist mittlerweile eine wirklich vielversprechende Entwicklung. In Zukunft können Prothesen, Hörgeräte, Zahnfüllungen, ganze Hüftgelenke und Brillengestelle, Textilien, Ketten und Ersatzteile aller Art ganz einfach gedruckt werden.

Stein auf Stein war mal: Häuser aus dem 3D-Drucker

Ich bin ganz schön baff, was sich mit 3D-Druckern schon alles realisieren lässt. Nach näherer Beschäftigung mit der Technologie kann ich mir nach und nach so einiges vorstellen: Geht ein Bauteil eines Geräts kaputt, lasse ich mir einfach ein Ersatzteil drucken. Ich möchte eine neue Handyhülle, ganz nach meinen Vorstellungen mit eigenem Design? Kein Problem: 3D-Drucker machen es möglich!

Was 3D-Druckern mittlerweile aber sonst noch alles können, ist echt verrückt: Es werden mit der Technologie des 3D-Drucks bereits ganze Häuser gefertigt. Kein Witz! In Amsterdam entsteht zurzeit ein ganzes Kanalhaus, das komplett aus dem 3D-Drucker stammt. Doch der Häuserdruck mit der 3D-Technologie ist noch längst nicht alles!

Schon bald werden zur Reparatur von Schlaglöchern nicht mehr ganze Straßen tagelang abgesperrt und Umleitungen eingerichtet werden. Roboteringenieure haben den Addibot, einen fahrenden 3D-Drucker, entwickelt, der Schlaglöcher auf der Straße selbstständig erkennt und quasi beim Drüberfahren repariert. Wir können gespannt sein, welche Lebensbereiche der 3D-Druck in Zukunft noch revolutionieren wird!

3D-Drucker für Privatanwender werden immer beliebter

Die Vorstellung, zuhause ganz leicht dreidimensionale Objekte entstehen zu lassen, ist für viele – für mich auch – sehr reizvoll. Kein Wunder, dass 3D-Drucker auch für Privatpersonen immer beliebter werden. Im Netz finden sich schon viele Druckvorlagen für 3D-Drucker, die sich einfach zum eigenen Gerät importieren lassen.

Doch nun die Frage: Braucht man einen 3D-Drucker wirklich? Wenn man auf diese Frage ehrlich antworten möchte, muss man wahrscheinlich Nein sagen. Eigentlich können wir einen 3D-Drucker in unserem alltäglichen privaten Leben (noch) ganz gut entbehren.

Nichtsdestotrotz: Die Faszination ist einfach wahnsinnig groß. Wer würde sich nicht gerne seine eigene Kaffeetasse und den Kaffeelöffel gleich dazu bequem zuhause einfach ausdrucken? Man muss einfach zugeben: 3D-Drucker sind wahnsinnig cool und zurecht beliebt.

Was du beachten solltest, wenn du einen 3D-Drucker kaufen möchtest

Ich habe mal recherchiert, was wir beim Kauf beachten sollten. Demnach haben alle, die sich einen 3D-Drucker für den privaten Gebrauch zulegen möchten, die Auswahl zwischen DLP- und FDM-3D-Druckern. Beim FDM-Druck (Fused Deposing Modeling) erfolgt eine Schicht-für-Schicht-Modellierung des gewünschten Objekts mit einem aufgeschmolzenen Kunststofffaden. Der Vorteil von FDM-Geräten ist zum einen die Stabilität der gedruckten Objekte und zum anderen die vergleichsweise günstigen Materialien, die zum Druck verwendet werden (ABS- oder PLA-Kunststoff).

Beim DLP-Druck (Digital Light Processing) trifft ein Lichtstrahl auf Kunstharz und lässt es in dünnen Schichten aushärten, bis das gewünschte Objekt fertiggestellt ist. Diese Technologie erlaubt zwar deutlich mehr Details beim 3D-Druck, wofür aber Abstriche bei der Stabilität der Objekte und das teurere Druckmaterial in Kauf genommen werden müssen. Doch egal, für welche Variante man sich entscheidet: Man sollte unbedingt auf eine beheizte Basisplatte achten, um ein zu schnelles Auskühlen der Objekte zu vermeiden und so ein genaueres Druckergebnis zu erzielen. Nun gut.

Wer gute Qualität will, muss (noch) recht viel zahlen

Obwohl es 3D-Drucker schon ab ca. 400 Euro zu kaufen gibt, würde ich nach meinen Recherchen dazu raten, etwas mehr Geld auszugeben, wenn du an dem Produkt wirklich Spaß haben möchtest. Ein 3D-Drucker-Bausatz ist in der Regel günstiger als ein fertiger 3D-Drucker, lässt in der Qualität wohl aber leider zu wünschen übrig. Außerdem solltest du, wenn du dich für einen 3D-Drucker-Bausatz entscheidest, eine große Affinität fürs Tüfteln mitbringen: die Teile sind nämlich nicht ganz einfach zusammenzubasteln.

Nun aber Butter bei Fische: Wirklich gute 3D-Drucker bekommst du ab dem stolzen Preis von etwa 800 Euro. Ich habe mich für dich ein bisschen umgehört, wo es eine gute Übersicht über die 3D-Drucker für Privatanwender gibt. Alle Produkte kannst du dir ganz leicht bei Amazon besorgen und sofort mit dem Drucken loslegen: Hier findest du eine Produktübersicht direkt bei Amazon*.

Bis wir unsere Mahlzeiten wirklich selbst drucken, braucht es noch etwas Geduld

Zurück zur Pizza aus dem 3D-Drucker, die ich dir am Anfang schmackhaft gemacht habe. Da habe ich vielleicht ein kleines bisschen übertrieben. Es gibt zwar schon 3D-Pizzadrucker, in denen die Pizzen nicht nur gefertigt, sondern auch gebacken werden, und auch andere Lebensmitteldrucker wie Pfannkuchen-, Schokoladen- oder Früchtedrucker, aber bis wir uns unsere Mahlzeiten zuhause günstig ausdrucken können, wird wohl noch etwas Zeit ins Land gehen.

In der Lebensmittelbranche wird mit dem 3D-Druck noch stark experimentiert, aber auch in dieser Richtung haben wir von der neuen Technologie mit Sicherheit noch viel zu erwarten. Die Vorstellung, statt mit Plastik wie beim „normalen“ 3D-Druck mit Druckerpatronen voller Lebensmittel zu drucken, ist zugegeben recht gewöhnungsbedürftig. Aber ich bin sicher, dass wir uns, wenn es so weit ist, fast so schnell daran gewöhnen werden wie an den Siegeszug des Smartphones.


Bild: Sergi Lopez Roig / Shutterstock.com

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2 Kommentare

  • ich habe mir selbst einen Flashforge Dreamer mit Dual Extruder für knapp 1000 Euro geholt.
    Ich muss zugestehen, ich hatte erstmal kaum Kenntnis über 3D Drucker, Bereuen tue ich den Kauf nicht. Die Möglichkeiten die 3D-Drucker bieten sind sehr groß . Spaß macht das 3D-Drucken außerdem auch noch. Wenn man bedenkt, dass man für ein ein I-Phone auch 1000 Euro hinblättert, ist der Preis sehr fair.
    VG
  • Sehr schöner Artikel. Es ist wirklich spannend zu sehen wie schnell und toll sich die 3D Branche entwickelt. Wirklich super. Wir freuen uns bereits auf die Zukunft.

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